Für die einen ist der Weg die Distanz von A nach B. Für andere ist die Reise das Ziel. Rideouts mit dem Motorrad machen Laune, können aber auch massiv aufs Gemüt drücken. Besonders, wenn ein paar wichtige Dinge unterwegs fehlen. Unser Blogger Ralph Kohler hat sich mal 5 Little Helpers ausgedacht, die ins Gepäck gehören.

Schon die Beat Generation feierte in den USA das Leben unterwegs. Damals, in den 50ern. Die Beat Generation war ein literarisches Denken junger Schriftsteller, in die Welt getragen durch die Gründer Jack Kerouac, Allen Ginsberg und William S. Burroughs. Das wohl bekannteste und prägendste literarische Werk aus dieser Generation war Kerouacs Buch «On The Road», das 1957 erschien. Eine Story über junge Leute auf der Suche nach Freiheit, Abenteuer und Jazz. Unterwegs per Anhalter, Bus oder Zug. «On The Road» inspirierte die Literatur- und Filmwelt, so auch Dennis Hopper und Peter Fonda zum Klassiker «Easy Rider». Beide Geschichten haben den gleichen Protagonisten: die Freiheit auf der Strasse.
Auch mich ruft die Strasse. Darum: Let the sky be the limit! Die ersten Rideouts sind schon geplant, aber einpaar Dinge fehlen noch. Ich brauche diese fünf Little Helpers:
Der erste Little Helper, der meinen Rideout definitiv aufmotzt, ist gute Musik. Leise im Helm oder etwas dezibel-intensiver am Abend im Zelt. Steppenwolfs «Born To Be Wild» wie im Film Easy Rider ist aussagekräftig, aber die Liste «abenteuerlicher» Bikersongs geht noch weiter. Wie die Songs der Record Company. Oder die von J. Roody Walston oder – wer‘s etwas härter mag – Blacktop Mojo. Der Name ist Programm. Zu Deutsch: Asphalt Glücksbringer. Hoffen wir, der Name hält, was er verspricht. Record Company, J. Rooddy Walston und eine Horde weiterer talentierter Asphalt-Barden findet ihr übrigens in unserer Spotify-Playlist «raw station #1».
Little Helper Nr. 2 hilft meinem Gedächtnis auf die Sprünge. Routen kann ich mir nicht merken. Deshalb ist die zweite Sache, die ich vor dem nächsten Rideout dringend tun muss, mich anständig mit Calimoto auseinanderzusetzen. In meinem Fall heisst es: «gut geplant ist halb verirrt». Calimoto ist ein App fürs Smartphone, mit dem ich meine Routen plane. Sie werben mit dem Slogan «no more straight roads». Und bei mir funktioniert er. Es ist genau die Art von Reisen, die ich brauche: abenteuerlich, entdeckungsfreudig und spontan. Zugegeben: Wenn ich sechs Stunden im Sattel sitze und schon drei Pässe hinter mir habe, spule ich gern mal ein paar Kilometer auf der Autobahn ab. Nur schon meiner Bandscheibe zuliebe.
Calimoto funktioniert für die grobe Planung ganz gut. Aber für die spontanen Ausschweifer hilft mir die der dritte Little Helper. Ein anständiges Navi fürs Motorrad. Wie ein Navi von Beeline Moto. Es ist klein, schnell montierbar und schmiegt sich gestalterisch tip top ans Bike. Und es ist mit dem Smartphone gekoppelt. Es zeigt mir die Richtung an und wie weit der nächste Richtungswechsel entfernt liegt. Mehr brauche ich im Grunde nicht. Es gibt ja Leute, die haben einen fast schon übernatürlich akkuraten Orientierungssinn. Zu denen gehöre ich nicht. Leider. Ich bin einer von denen, die nach über 10 Jahren Pendeln mit dem Auto immer noch das Navi einschalten. Nur um sicher zu gehen, dass sie bloss keine Ausfahrt verpassen. Aber wie heisst es so schön: Wer sich auf die Technik verlässt…
Der vierte Little Helper ist ein anständiges Gepäcksystem. Ist wohl eher ein Big Helper. Ich habe mich mit einem 30-Liter-Drybag von Kriega eingedeckt, den ich für den nächsten längeren Rideout montiere. Diese Bags lassen sich blitzschnell auf meinem kleinen Gepäckrost montieren. Und die halten auch. Ich fahre eine Slim S mit gekürztem Heck-Fender. Da passt nicht viel drauf und das massive Rumgezwirbel von Spannsets ist mir erfahrungsgemäss doch zu heikel. Ich will schliesslich die Natur sehen, nicht das Licht am Ende des Tunnels. Zudem passt in einen 30-Liter-Seesack ungefähr eine Woche Material zum Überleben. Es kann wahnsinnig befreiend sein, nur das Nötigste dabei zu haben.
Und zu guter Letzt – Little Helper Nummer fünf – ein geiles, Einmann-Zelt. Ich bin vor einiger Zeit über Wingman of the Road gestolpert und habe mir gedacht, so ein Ding muss ich haben! Leicht aufgestellt, schnell abgebaut und in der Zeit dazwischen geniesse ich das wilde Leben. Zugegebenermassen verlockt nach sechs Stunden Fahrt schon ein bequemes Hotelbett. Aber ein echteres Rideout-Erlebnis als mit einem kleinen Zelt ans stehende Motorrad geknüpft bekomme ich sonst nie. Sie nähren sich schöne Erinnerungen. Es heisst schliesslich «wild lifestyle» und nicht «climated-5star-with-breakfast-and-wifi-included-lifestyle».
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Ich bin passionierter Fotograf für Fashion, People & Yoga, leidenschaftlicher Texter, Musiker und Custombike-Enthusiast. Starke Charaktere hinter starken Brands beeindrucken mich massiv, weil sie den Mut aufbringen, ihrer Vision jeden Tag kompromisslos zu folgen.